Dreitägige Technik-Exkursion der Fachschule für Technik

SMS - Group in Hilchenbach und Stahlproduktion in Salzgitter

Dreitägige Technik-Exkursion der Fachschule für Technik

Vom 10. bis 12. Juni 2026 unternahmen 35 Schülerinnen und Schüler der Technikerschule der Beruflichen Schulen Schramberg gemeinsam mit ihren Lehrkräften eine dreitägige Fachexkursion nach Hilchenbach bei Düsseldorf zum Unternehmen SMS-Group GmbH und nach Wetter an der Ruhr. Ziel der Exkursion war es, theoretisch erlernte Inhalte aus der Fertigungstechnik und dem Maschinenbau durch praktische Eindrücke aus der Industrie zu vertiefen.

Mittwoch, 10. Juni 2026 – Besuch der SMS -Group in Hilchenbach

Die Exkursion begann um 7:30 Uhr mit der Abfahrt an der Kreissporthalle Sulgen. Nach einer mehrstündigen Busfahrt erreichte die Gruppe gegen 13:30 Uhr die Firma SMS-Group in Hilchenbach.

Die SMS -Group zählt weltweit zu den führenden Herstellern von Anlagen für die Metallindustrie und insbesondere für Walzwerke. Während einer Werksführung erhielten die angehenden Techniker spannende Einblicke in die Fertigung großer Maschinenkomponenten. Besonders beeindruckend waren die gewaltigen Getriebewellen mit einem Durchmesser von rund 400 mm und einer Länge von etwa zwei Metern und große ca. 150t-schwere Walzenständer. Die beeindruckten Technikerschülerinnen und -schüler konnten die einzelnen Fertigungsschritte sowie moderne Bearbeitungsverfahren aus nächster Nähe beobachten.

Im Anschluss an die Besichtigung setzte die Gruppe ihre Reise nach Düsseldorf fort. Gegen 18:00 Uhr wurde die Jugendherberge erreicht. Nach dem Beziehen der Zimmer stand der Abend zur freien Verfügung. Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, die Düsseldorfer Innenstadt zu erkunden und die besondere Atmosphäre der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt kennenzulernen.

Donnerstag, 11. Juni 2026 – Stahlproduktion hautnah in Salzgitter

Nach dem Frühstück und startete die Gruppe bereits um 7:30 Uhr in Richtung Salzgitter zum gleichnamigen Stahlwerk der Salzgitter AG. Dort stand die Besichtigung eines der bedeutendsten Stahlwerke Deutschlands auf dem Programm.

Während der etwa zweistündigen Führung über das rund sieben Quadratkilometer große Werksgelände erhielten die Teilnehmer zunächst einen Einblick in die Geschichte des Standorts. Das Werk entstand ursprünglich als Teil der sogenannten Hermann-Göring-Werke während der Zeit des Nationalsozialismus und entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem modernen Stahlproduzenten.

Ein Höhepunkt der Besichtigung war der Besuch des Hochofens. Besonders eindrucksvoll war das Live-Erlebnis beim Abstechen des Hochofens. Die Teilnehmer konnten beobachten, wie etwa 1.400 °C heißes flüssiges Roheisen aus dem Ofen austrat – ein beeindruckendes Schauspiel, das die enormen Dimensionen der Stahlherstellung verdeutlichte.

Anschließend führte der Rundgang in das Walzwerk. Dort wurde gezeigt, wie aus einer Bramme mit den Abmessungen von etwa 350 mm Dicke, 7 m Breite und 12 m Länge ein lediglich 1 mm dickes Stahlblech hergestellt wird. Das fertige Stahlband erreichte dabei eine Länge von rund einem Kilometer und verdeutlichte eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit moderner Walzwerktechnik.

Abschließend wurden den Teilnehmern die Zukunftspläne des Unternehmens vorgestellt. Besonderes Interesse weckte die neue Hochofentechnologie zur Herstellung von sogenanntem „grünem Stahl“. Durch den Einsatz innovativer Verfahren sollen die CO₂-Emissionen der Stahlproduktion künftig deutlich reduziert werden. Die neue Anlage befindet sich derzeit im Aufbau und soll Ende 2027 ihren Betrieb aufnehmen.

Nach zahlreichen interessanten Eindrücken trat die Gruppe die rund vierstündige Rückfahrt nach Düsseldorf an und ließ den Abend gemeinsam ausklingen.

Freitag, 12. Juni 2026 – Freiformschmieden bei SSK von Schaewen Hückeswagen GmbH

Am letzten Exkursionstag stand der Besuch der Freiformschmiede „SSK von Schaewen“ in Wetter an der Ruhr auf dem Programm.

Während einer zweistündigen Führung erhielten die angehenden Techniker faszinierende Einblicke in die Herstellung großer Schmiedeteile. Zu Beginn konnten sie beobachten, wie massive Gussrohlinge auf hohe Temperaturen gebracht werden, bevor sie weiterverarbeitet werden.

Besonders beeindruckend war der Einsatz von Automanipulatoren im Zusammenspiel mit der 30MN-Presse, mit der eine große Getriebewelle geschmiedet wurde. Die gewaltigen Kräfte und die Präzision des Schmiedeprozesses verdeutlichten die Anforderungen an ein eingespieltes Schmiedeteam.

Auch die Dimensionen der eingesetzten Werkzeugmaschinen sorgten für Staunen. Eine Drehmaschine von der Größe eines Klassenzimmers bearbeitete die geschmiedeten Rohlinge. Um die Bearbeitung überwachen und steuern zu können, befand sich der Maschinenbediener auf einem entlang der Maschine verfahrbaren Längsschlitten – ein eindrucksvolles Beispiel für die Größenordnungen im Großmaschinenbau.

Nach Abschluss der Besichtigung trat die Gruppe die Heimreise nach Sulgen an. Gegen 19:00 Uhr erreichten die Teilnehmer wieder ihren Ausgangspunkt.

Die Schülerinnen und Schüler bedankten sich bei den organisierenden Fachlehrkräften Martin Welle, Andreas Näger und Sven Hilser.

Fazit

Alle Beteiligten zogen ein durchweg positives Fazit der dreitägigen Exkursion. Die Besuche bei der SMS Group, im Stahlwerk Salzgitter sowie bei der Freiformschmiede SSK von Schaewen ermöglichten einzigartige Einblicke in moderne Fertigungs- und Produktionsprozesse.

Besonders wertvoll war die Möglichkeit, die im Unterricht behandelten Inhalte der Fertigungstechnik und des Maschinenbaus in der industriellen Praxis zu erleben. Die Exkursion trug somit wesentlich zur Verfestigung des bereits theoretisch erlernten Wissens bei und stellte für die angehenden Techniker eine informative, lehrreiche und beeindruckende Erfahrung dar.

Die Exkursion wird allen Beteiligten als eine spannende, lehrreiche und bestens organisierte Erfahrung in Erinnerung bleiben.